Abbildungen von alten Güssen kleinwüchsigen Menschen sind sehr selten. In dieser Größe von 33 und 34 cm wurden sie bisher noch nie gesehen oder erwähnt. Es könnte die sehr vage Vermutung angestellt werden, dass vom etwa 13. bis 18. Jahrhundert nur größere Exempare um die 60 cm für den Hof und sein direktes Umfeld hergestellt wurden und das Motiv ab dann für das gehobene Bürgertum erschwinglich war. Wobei Bürger eine europäische Wortwahl ist. Vergleicht man jedoch die soziale Strukturen, so gab es auc mit dem Hintergrund der Sklaverei ein Mittelstand und ein gehobenes Bürgertum. Ähnlich wie zeitgleich in Europa, das damals ja auch die Leibeigenen kannte.
Interessant ist jedoch, dass sich das Motiv seit mindestens 700 Jahren bis in die Gegenwart erhalten hat. Man muss davon ausgehen, dass Kleinwüchsige eine besondere gesellschaftliche Rolle innehatten. Auch hier kann nur vermutet werden, dass diese Rolle bedeutender war als nur der Hofnarr zu sein. Vor allen Dingen auch deshalb, weil das Motiv aus einer Kombination von weiblich und männlich besteht.. Als Annahme also auch ein mythologisierter Hintergrund zu vermutenist.
Der Text hier wird sich nach der Veröffentlichung vermutlich einige Male ändern, weil eine zusätzliche Thermolumineszenz-Prüfung gemacht wird. Dies hat folgenden Hintergrund. Die männliche Figur hat ein Alter von +- 320 Jahren über den TL-Test, während bei der weiblichen Figur über diese Testvariante kein Alter festgestellt werden konnte. Beide Figuren stammen aus derselben Werkstatt und haben beide eine identische Alterspatina.
Wird eine Bronze über 250° erhitzt, werden die messbaren Gusskernreste auf Null gesetzt. Eine Figur dieser Größe hat bei der sichtbaren Reparatur am Hinterkopf im Genzen diese Temperatur überschritten. In Form einer Kippa wurde fachmännisch repariert. Das Argument, dass diese Reparatur unmittelbar nach der Herstellung stattfand ist zu verwerfen, da ein Gussfehler in dieser Größenordnung um 1700 ausgeschlossen werden kann. Die Legierung hatte zu dieser Zeit einen Wert vergleichbar Gold. Man hätte also eingeschmolzen und neu gegossen.
Nahezu alle Objekte die seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts bis heute, den 2020ern, auf den Markt kamen und kommen, stammen aus privatem nigerianischen Besitz und waren meist bis kurz vor dem Verkauf noch „în Gebrauch". Sprich, sie hatten Funktion auf einem Altar oder wurden als „Familiensilber", als Wert gehütet Hatte solch ein Figur eine Beschädigung, wurde sie von einer Gießerei der Gilde in Benin repariert. Dass die Erhitzung eine spätere Analyse unmöglich macht, war nicht bekannt.
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