Diese Büste hat aufgrund ihres Alters und ihrer realistischen Darstellung einen hohen kunsthistorischen Stellenwert. Datiert in das 14. Jahrhundert ist auch die Größe bemerkenswert. Sind die Gedenkköpfe aus Metall vermutlich idealisierte Portraits, scheint sich diese Terrakotta konkret auf eine Person zu beziehen.
Eingearbeitete Spiegelfragmente in der Kappe und im Hüftgürtel sind bisher stilistisch von den Ife so nicht bekannt. Da es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um importierte Gegenstände handelt, stellt die Frage nach woher und von wem gekauft. Ein sehr vager Hinweis könnte auf Karawanenhandel und Verbindung zu den Haussa oder Berber schließen lassen. Die Figur eines jungen Mannes scheint auf den ersten Blick schlicht, doch bei der Darstellung der Kopfbedeckung und der Hüftbekleidung ist die Menge der dargestellten roten Korallen erstaunlich. Die rund aufgereihten, Röhren ähnlich beschnittenen Korallen in verschiedenen Größen haben einen sehr hohen Wert. Die Mütze scheint aus einem Geflecht von kleinen, die abschließende Bordüre von großen Schmucksteinen gefertigt. Die Hüftbekleidung besteht aus erstaunlich großen.
Um den Hals, ebenfalls aus Korallen, eine Halskette an der zwei Glöckchen und eine kleine Kugel hängen. An einem längeren Schmuck, wie der am Oberarm, der geflochten scheint, hängt ein Leopardenzahn als Kraftsymbol.
Die Figur stammt aus dem Nachlass eines bekannten Sammlers und Händlers. |