Galerie Peter Herrmann
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Alte Kunst aus Afrika
 
Ife Kopf
 
Zur Hauptseite Bronzen
 
62 Ife Bust Woman
 
Statue Nok Male gr1

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Thermolumineszenz- Expertise Figur, Mann

to Expertise

Nok-Kultur, Nigeria
etwa 2000 Jahre alt
Ton
24 cm

Abgebildet im Netz seit Mai 2026
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Erläuterung

Mit Stand 2026 ist es immer noch sehr schwer alte Objekte der Nok-Kultur zu erwerben, da einige dieser Gegenden in Nigeria um Kaduna, wo diese Funde gemacht werden, von der Gruppierung Boko Haram kontrolliert werden. Recherchiert man zur Nok-Kultur, stößt man als weitere Schwierigkeit ständig auf Unterstellungen von Plünderung. Richtig ist, dass es sich um Funde meist von Bauern handelt, die beim beackern achtgeben. In Nigeria fehlt das Interesse für Ankauf, ob für wissenschaftliche Forschung oder Sammlerneigungen, also gehen die Objekte ins Ausland. Man kann diese Unterstellung des Diebstahls auch als Diskriminierung betrachten, weil europäisch-westliche Maßstäbe angesetzt werden, die in Nigerias Realität nicht umgesetzt werden können. Ohne Nachfrage wäre ein großer Teil dieser Kunstschätze schlicht untergepflügt worden.

Als Händler mildert man diese Widersprüchlichkeiten dadurch, dass man laut Empfehlungen oder Gesetzen, Figuren wie diese kleine männliche Figur veröffentlicht. Falls irgendwelche Ansprüche bestehen ist es so möglich darauf einzugehen. Seit die Galerie ab 1994 auch langsam begann alte Kunst aus Afrika abzubilden, gab es jedoch noch keine Einsprüche. Im Gegenteil tauchten viel der Abbildungen der Figuren und Expertisen ins Diskussionsforen in Nigeria auf.


Statue Nok Male gr2

An dieser unbeschädigten knienden Figur sind viel interessante Details gut zu erkennen, da der Oberflächenabrieb sehr gering ist. Eine Hüftbinde hält ein Wickeltuch, das auf den Oberschenkeln liegend einen großen Zierknoten zeigt.

Ungewöhnlich ist die Kopfbedeckung, die nur einen Teil des Hinterkopfs abdeckt. Ein Knoten ist oben wie ein Dutt gebunden und steht im Nacken wie ein Zopf hervor, was sich jedoch nicht mit den Haaren eines negroiden Menschentyps in Verbindung bringen lässt, wie man sie heute aus der Gegend kennt. Ein etwas wagemutige Hinweis sei auf die Bororo weiter nördlich im Niger gemacht, wo bis heute auch noch Männer lange Haare tragen. Es gibt stilistische Überschneidungen der Nok mit Stilen aus Mali und dort wiederum sind mit den Tuareg ja noch Berber mit glatten Haaren ansässig. Auch die großen Ohren sind nicht Bantuid. Noch wagemutiger ist ein Verweis auf nilotische Verwandtschaft. Vor zweitausend Jahren waren riesige Teile der Sahara Steppe und es gab einen regen Karawanenverkehr nach Ostafrika und über Ägypten bis nach Westasien. In China wurden schon vor 5.000 Jahren schwarze Sklaven aus dem heutigen Iran angekauft.

Der linke Arm mit vielen Armeifen ruht auf dem Oberschenkel während der rechte Arm angewinkelt ist und etwas rundes, bewegliches hält, das über der Schulter gelegt ist. Kinnbart, Nase und die typische Ausarbeitung der stark seitlich liegenden Augen sind charakteristisch für den Nok-Stil.


Statue Nok Male Det


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